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Die Geschichte des grünen Tees

"Unerforschlich wird es immer bleiben, wie die Menschen auf den Genuss eines heißen Aufgusses von Blättern gewisser Stauden oder der Abkochung gerösteter Samen gekommen sind. Es muss eine Ursache geben, welche erklärt, wie er ganzen Nationen zum Lebensbedürfnis geworden ist."

Das schrieb der Chemiker Justus Liebig um 1842 in Braunschweig. Bis heute ist nicht ganz eindeutig geklärt, wer zuerst auf die Idee kam, Tee zu kochen. Es gibt aber verschiedene Legenden dazu. Eine davon stammt aus dem alten China.

Die Wiege des Tees: China

Die Geschichte erzählt von dem chinesischen Kaiser Shen-Nung. Dieser Gelehrte und Pflanzenkundler soll aus hygienischen Gründen immer nur abgekochtes Wasser getrunken haben. Als er sich dazu an einem milden Frühlingsabend im Jahr 2737 vor Christus unter einen Teebaum legte, wehte der Wind ein paar Teeblätter in den Topf mit dem kochenden Wasser. Der Kaiser kostete das Getränk und fand es nicht nur lecker, sondern auch wunderbar belebend und erfrischend.

Shen-Nung ist keine historische Persönlichkeit. Ob er überhaupt je gelebt hat, ist unklar. Auch ob es in dieser Zeit in China überhaupt einen Kaiser gab, muss angezweifelt werden. Richtig ist in jedem Fall, dass in China schon lange vor Christi Geburt Tee getrunken wurde.

Erste eindeutige schriftliche Erwähnungen stammen vom Beginn des dritten Jahrhunderts vor Christus. In einem Brief bat damals ein General seinen Neffen, ihm etwas "echten Tee" zu schicken, weil er sich alt und niedergeschlagen fühlte. Chinesische Ärzte empfahlen damals Tee zur Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit.

Wahrscheinlich wurde Tee aber schon viel früher getrunken. Der Grund dafür, dass es dazu keine eindeutigen Quellen gibt, liegt in der chinesischen Schrift. Das Schriftzeichen für Tee (tu) war mit dem für Distelsaat und für bitteres Gemüse identisch. Einziger Unterschied war die Aussprache: Meinte man Tee, sagte man tscha. Diese Bezeichnung ist heute noch in Portugal üblich. Ein eigenes Schriftzeichen für Tee gab es erst im achten Jahrhundert nach Christus. Es setzt sich aus den Zeichen für Gras, Volk und Holz zusammen.

Zu dieser Zeit war der Teeanbau bereits weit verbreitet. Teehändler waren reich und genossen großes Ansehen. Rund um die Zubereitung und um die Herstellung entwickelten sich strenge Regeln. Die Teepflückerinnen zum Beispiel durften die Blätter nur zu bestimmten Zeiten pflücken und auf genau festgelegte Art behandeln. Außerdem waren Knoblauch, Zwiebeln und starke Gewürze für sie verboten, damit der Geruch der Finger das feine Aroma des Tees nicht verdarb.

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Von China nach Japan

In Japan wurde Tee erstmals im Jahr 729 nach Christus erw?hnt. Kaiser Shomu servierte damals hundert buddhistischen Mönchen Tee, der wahrscheinlich aus China importiert worden war. Etwa seit 800 nach Christus wird Tee auch in Japan angebaut.

Dort entstand das Ritual der Teezeremonie, das so genannte Chanoyu. Dieses Wort bedeutet wörtlich übersetzt "heißes Wasser für Tee". Alle wesentlichen Elemente der japanischen Philosophie finden sich in dieser Zeremonie wieder: Harmonie (mit den Menschen), Respekt (für die Mitmenschen), Reinheit (von Herz und Verstand) und Gleichmut.

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Von Japan nach Europa

Im 17. Jahrhundert brachten portugiesische Händler chinesischen Tee über Macao nach Lissabon. Die niederländische ostindische Kompanie verschiffte die Teeballen von dort aus weiter in die Niederlande. Ab 1610 importierten die Niederländer selbst Tee, vor allem aus Japan.

Tee war zu dieser Zeit sehr beliebt, und von den Niederlanden aus versorgte man Italien, Frankreich, Portugal und Deutschland mit Ware. Dort verlor man allerdings bald wieder das Interesse, mit Ausnahme der oberen Schichten Frankreichs und der Ostfriesen. In Russland, das Tee erstmals um 1618 über Kamelkarawanen importierte, wuchs die Begeisterung für Tee. Das Gleiche galt für England. In der Londoner Wochenzeitung Mercurius Politicus vom September 1658 gab es eine Anzeige für eine Tee-Auktion:

"Dieser ausgezeichnete und von allen Ärzten empfohlene chinesische Trank, den die Chinesen tscha nennen und der in anderen Ländern Tay oder Tee heißt, wird im Kaffeehaus Sultanes Head in Sweetings Rents bei der Royal Exchange, London, verkauft."

Die britische Tradition der Tea-Time verdanken wir Anna, der siebten Herzogin von Bedford. Sie ließ sich Tee und Sandwiches servieren, um das "Schwächegefühl" am Nachmittag zu überbrücken. Diese Mode breitete sich schnell aus. Bald wurden extra für diesen Zweck elegante Kännchen und Tassen aus Silber und feinem Porzellan hergestellt. Dazu wurden Anleitungen geschrieben, um Tee richtig zu kochen und stilecht zu servieren.

Tee in Amerika

New York, das früher niederländisch war und heimische Traditionen pflegte, galt als Paradies für Teetrinker. Das Trinken von Tee war in weniger wohlhabenden Familien ein Zeichen von Anstand und guter Sitte. Die Quäker tranken Tee zu Beginn des 18. Jahrhunderts mit Salz und Butter. In Neuengland war parfümierter grüner Tee sehr beliebt.

Als die britische Kolonialregierung 1767 die Steuergesetze verschärfte, sollten die Amerikaner eine Steuer von drei Pence pro Pfund Tee zur Unterstützung der britischen Armee zahlen. Die verörgerten Amerikaner boykottierten daraufhin alle britischen Importe. Die ganze Wut darüber entlud sich 1773, als in Boston als Indianer verkleidete Weiße mit Rufen wie "Der Bostoner Hafen ist heute Nacht eine Teekanne!" den Teefrachter Dartmouth kaperten. Die gesamte Ladung wurde in das Hafenbecken geworfen. Dieses Ereignis wurde unter dem Namen Boston Tea Party bekannt und gilt heute als Beginn des Unabhängigkeitskrieges.

Ein Servicethema der NDR2 Webseite

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