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Beschreibung der Goldsiegelwurzel amerika. Goldenseal

Hydrastis Canadensis (LINN.)
Familie: N.O. Ranunculaceae
Namen
Kanadische Gelbwurzel, Goldenseal, Gelbe Wurzel. Gelbes Puccoon. Boden-Himbeere, Wildes Curcuma, Turmericwurzel, Augenwurzel, Augenbalsam, Indianerfarbe, Jaundicewurzel

Verwendete Teile
Wurzel.

Verbreitung
Die Pflanze ist in Kanada und im Osten der USA beheimatet. Sie wird ?berwiegend in den Staaten Ohio, Kentucky, West Virginia, Indiana, New York, und in Kanada Ontario angebaut und verarbeitet. Der größte Teil der gewerblichen Versorgung kommt aus der Ohio Ebene, wobei sich der Hauptabsatzmarkt in Cincinnati befindet. Im Osten des Alleghany Gebirges ist sie heute sehr selten geworden und im Staat New York ist es durch Sammler fast ausgerottet. Die Gelbwurzel wächst an schattigen Plätzen in Wäldern und Waldränder und bevorzugt guten, humusreichen und feuchten Boden. Die nordamerikanische Pflanze Hydrastis Canadensis enthält Wirkstoffe, die in der heutigen Medizin als hochwirksam und wertvoll bezeichnet werden. Der botanische Name Hydrastis stammt aus zwei griech. Wörtern "Wasser" und "vollenden", wahrscheinlich deshalb, weil es eine heilende Wirkung auf die Schleimhäute hat. Die Gelbwurzel gehört zu den Hahnenfußgewächsen, Ranunculaceae, obwohl die Blätter und Früchte ein wenig mehr denen der Himbeere ähneln.

Es ist ein kleines mehrjähriges Kraut mit einer horizontal unregelmäßig geknoteten hellgelben Wurzel. Aus der 0,5 - 1,5 cm Durchmesser schlanken Wurzel bilden sich Ableger, die mit Narben gekennzeichnet sind, verursacht durch Blütenstengel vergangener Jahre. Der 15 - 30 cm hohe Blütenstengel, der im Frühjahr hochgedrückt wird, ist aufgerichtet und haarig. Er entwickelt zwei faltige, dunkelgrüne Blätter, die, wenn ausgewachsen, etwa 22 cm groß werden. Nur eine einzige, kleine und aufrechte Blüte erscheint im April. Die ungenießbare Frucht, die einer Himbeere ähnelt, reift im Juli. Hydrastis Canadensis wurde von Miller 1790 zuerst in England eingeführt und später in Kew, Edinburgh und in Dublin angebaut. Heute wird sie nur noch experimentell in botanischen Gärten kultiviert. Das langsame Aussterben der Gelbwurzel in den Wäldern Ohios, wo sie einst im überfluss zu finden war, hat dazu geführt, dass der gewerbliche Anbau der Geldwurzel und Landwirtschaft, in einigen Teilen Amerikas, begonnen hat. Im Jahr 1905 machte das amerikanisch Landwirtschaftsamt (Department of Agriculture) auf die zunehmende Nachfrage der Gelbwurzel für medizinische Zwecke aufmerksam. Es wird berichtet, dass die frühen Siedler die Wirkung der Wurzel von den amerikanischen Indianern lernten, die diese Wurzel als Medizin und gelbe Farbe für Gesicht und Kleidung nutzten. Schon im Jahr 1850 war die Gelbe Wurzel ein gewerbliches Produkt, 1905 wurden bereits jährlich 100 - 150 Tonnen davon verarbeitet, wovon ungefähr 10% mit steigender Nachfrage exportiert wurden. Vor 30 Jahren war die wilde Jagd nach der Kanadischen Gelbwurzel auf dem Höhepunkt und wurde mit 8 Cent pro Pfund verkauft, aber als das Kraut nach und nach aus den Wäldern verschwand, stieg der Preis unaufhärlich und ist heute sehr kostspielig.

Anbau
Da es eine etwas schwierige Kultur ist, war der experimentelle Anbau der Pflanze bisher nicht so sehr erfolgreich. Die beste Kondition für den Anbau von Hydrastis Canadensis ist eine gute, lockere und humusreiche Erde im Halbschatten. Die Pflanze benötigt etwa 60-70% Schatten. Die Hauptwurzel wird in kleine Stücke geteilt und im Abstand von etwa 20 cm in Reihen gepflanzt. Die Aufzucht aus Samen ist schwierig und oft nicht erfolgreich. Die stark faserige Wurzel entwickelt manchmal Ableger. Eine erfolgreiche Ernte kann erst in 2-3 Jahre durchgeführt werden. Nach Berichten amerikanischer Farmer ergeben 32 kräftige Pflanzen, auf je 1qm gesetzt, nach 3-jährigem Wachstum etwa 1 kg getrocknetes Pulver. Experimente die vom amerikanischen Amt für Landwirtschaftsbau durchgeführt worden sind, haben ergeben, dass es sinnvoll ist, die Pflanze nach 2- jährigem Wachstum zu ernten. Der Handel mit frischen Pflanzen und Wurzeln ist in Europa sehr schwierig. Der Markt ist in den Händen der amerikanischen Händler, Farmer und Sammler, die sich ungern ihr Monopol verderben möchten, und deshalb nicht daran interessiert sind, andere Länder im Anbau der Pflanze zu unterstützen. Aber die Heilpflanze gewinnt mehr und mehr an Ansehen in der Naturheilkunde und Homäopathie. Der Anbau von Hydrastis Canadensis und die gewerbliche Produktion in Deutschland wäre daher von Vorteil. Die wilde Pflanze steht unter Naturschutz, nur Pflanzen aus dem kontrollierten Anbau dürfen exportiert werden. Das frische Rhizom ist saftig und verliert das meiste seines Gewichtes durch Trocknung. Wenn es frisch ist, hat es einen unverkennbaren, narkotischen Geruch, welche schwächer wird, je älter es ist. Es hat einen sehr bitteren, Opiat ähnlichen Geschmack, stärker wenn frisch getrocknet.

Inhaltstoffe
Der Hauptbestandteil von Hydrastis sind 2,5-6 % Alkaloide vom Benzylisochinolintyp, darunter als Hauptkomponente das farblose, kristallähnliche Hydrastin (1,5-3 %) sowie Berberin (verantwortlich für Gelbfärbung) und Canadin. Daneben enthält die Wurzel Resin, Albumin, Stärke, Fette, Zucker, Lignin und eine kleine Menge Ätherische Öle. Das Rhizom hat einen höheren Anteil an Alkaloiden als die Wurzel.

Medizinische Anwendung
Die amerikanischen Ureinwohner schätzten die Wurzel sehr hoch und nutzten sie sowohl als allgemeines Stärkungsmittel und Magenbitter, zur Augen-, Mund-, und Nasenspülung, als auch als Färbemittel für Waffen, Gesicht und Kleidung.
Die Wirkung von Hydrastis Canadensis ist stärkend, abführend und reinigend. Es ist ein wirksames Tonikum in der Behandlung von Verdauungsstörungen und hat eine spezielle Wirkung auf die Schleimhäute, weshalb es sich als Heilmittel bei verschieden Formen von Katarrhen bewährt hat. Es wird bei chronischen Entzündungen des Dünn- und Dickdarms in Form von Einläufen und wegen seiner zusammenziehenden Eigenschaft auch gegen Hämorrhoiden erfolgreich eingesetzt. Das Pulver, als Schnupfmittel angewendet, zeigt große Wirkung bei Nasen- Stirn- und Nebenhöhlenproblemen. Es hat große Heilwirkung bei Verdauungsstörungen (Dyspepsia), Magenleiden (Schleimhautentzündung, Geschwüren), Appetitlosigkeit, Leberstörungen, chronischer Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen.
Als Infusion (Teeaufguss) wird es zur Vorbeugung gegen Nachtschweiß und als Spülung gegen Mundgeschwüre verwendet. Äußerlich wird es in der Behandlung von Augenkrankheiten und als Reinigungsmittel bei Hautleiden angewendet. Es wird berichtet, dass es bei Pocken die typische Narbenbildung verhindert. Durch die Alkaloide Hydrastin und Berberin wirkt es antibiotisch und entzündungshemmend. Es wird traditionell gegen Krebs, hohen Blutdruck sowie Haut- und Leberleiden eingesetzt.
Hydrastis canadensis hat wegen der erregenden Wirkung ihres Wurzelstockes auf die Gebärmutter eine Rolle als Droge gespielt, ist jedoch vom Mutterkorn verdrängt worden. Nur Fluidextrakte finden bei Polymenorrhoen noch Verwendung. In Fertigarzneimitteln wird Hydrastisextrakt äußerlich für zahnmedizinische Indikationen wie Stomatitis, Herpes labialis, Prothesendruckstellen und Zahnextraktionswunden eingesetzt. Inhaltsstoffe sind die Isocholin-Alkaloide Hydrastin, Berberin und Canadin.
Hydrastin gehört zum Phtha-lidisochinolin-Typ. Von den vier natürlichen Stereoisomeren wurde die (-)-Beta-Form aus dem Wurzelstock von Hydrastis canadensis gewonnen. Es diente, wegen seiner zusammenziehenden Wirkung, als blutstillendes Medikament. Durch Sympathikuslähmung kann es zur Verlangsamung der Herztätigkeit kommen. In toxischen Konzentrationen zeigt es strychninartige Symptome. Biosynthetisch entsteht Hydrastin aus hydroxyliertem Phenyla-nalin. Nach Decarboxylierung cyclisiert das Phenylethylamin mit einem Phenylacetaldehyd durch Kondensation zu einer Benzylisochinolin-Verbindung. Durch Ringschluss über die N-Methylgruppe werden die Alkaloide des Protoberberin-Typs gebildet, zu denen das Berberin gehört. Ringöffnung in Nachbarschaft zum N-Atom und erneute Cyclisierung ohne Einbeziehung der Aminofunktion liefert die Alkaloide vom Phthalidisochinolin-Typ.

Berberin wirkt schwach krampflösend und galletreibend. Eine Uberdosierung hat hatte Benommenheit, Erbrechen, Durchfall und Nierenreizung zur Folge. Neben der sedativen und muskelentspannend statt muskelrelaxenden zeigt Berberin antipyretische, bakterizide und fungizide Wirkung. Es fand Verwendung gegen Malaria und Cholera. Die muskelentspannende muskelrelaxende Eigenschaft geht auf die quartäre Struktur des bicyclischen N-Atoms zurück.
Hydrastin ist in geringen Dosen auf zentralem Wege kontrahierend und blutdrucksteigernd. Es ist ein Phytotherapeutikum, das zur Ausleitung schlechter Körpersäfte dient, um den Körper zur Selbstheilung anzuregen oder vorbeugend Erkrankungen zu verhindern. Wird auch als Blutreinigungsmittel bezeichnet und wird häufig als Frühjahrskur genommen.
Hydrastin peroral gilt als uterines Hümostyptikum und wird (sowie) äußerlich bei Stomatiden angewandt; Die Droge ist in homäopathischen Zubereitungen (als) Bestandteil von Lymphmitteln.

Zubereitung
Für die Teezubereitung nimmt man 1 halbes g oder 1 Messerspitze pulverisierte Wurzel in 1 Tasse, überbrüht mit heißem Wasser, in kleinen Schlucken trinken.
Für die Wundbehandlung nimmt man 1 halbe bis 1 Messerspitz pulverisierte Wurzel und verarbeitet sie mit ein paar Tropfen abgekochtes Wasser zu einer flüssigen Paste, mit Wattestäbchen auf die Wunde auftragen, Pflaster oder Verband auflegen.
Für Spülungen (Mund und Nase, Darmeinläufe, Scheidenspülungen) 1 halben Teelöffel pulverisierte Wurzel in 1 Tasse abgekochtes Wasser. Abkühlen lassen und behandeln. Spülung bei entzündeten Augen, Dosierung wie Teezubereitung, vor Anwendung abkühlen lassen.
Blutstiller: Dosierung wie bei Wundbehandlung.
Akne und andere Hautleiden Dosierung wie bei Spülung, abkühlen lassen und betreffende Hautpartien behandeln.
Für Umschläge Dosierung wie bei Spülung.
Vollbad für allgemeines Wohlbefinden, zur Entgiftung und Reinigung der Haut: nimmt man 1 gehäufter Esslöffel pulverisierte Wurzel, 1 gehäufter Esslöffel Heilerde und 2 gehäufte Esslöffel gemahlene Haferflocken in das Badewasser geben,,15-20 Minuten baden, anschließend 30 Minuten ruhen.

Nebenwirkungen
In großen Mengen ist die Droge giftig (toxisch). Menschen die an Hypoglycemia leiden, regelmäßig blutverdünnende Arzneien oder Aspirin, einnehmen sollten die innerliche Einnahme meiden.
Die Wurzel kann dennoch ohne Bedenken äußerlich angewendet werden. Hydrastin ist in höheren Dosen zunächst krampferregend, später lähmend.
Da die Wurzel stark auf die Geb?rmutter (Uterus) wirkt, sollten Schwangere die Einnahme bis nach der Geburt meiden.
Es sollte außerdem nicht länger als 2 Monaten eingenommen werden, da es die Vitamin B Produktion des Darms beeinflussen kann.

Zusätzliche Information zum Thema Hydrastis Canadensis finden sie auf folgenden Webseiten

http://www.praxis-mettler.de/arzneien/hydras.html
http://www.homoeopathiker.de/aml/hydrastis2.html

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